Ovid Metamorphosen

Metamorphosen

Wikipedia-Startartikel (obere Hälfte)

Metamorphosen – ein Wort mit vielen Facetten…

Und auch: eines der bedeutendsten Werke der lateinischen Literatur.

Ja, man kann vielleicht sagen, eines der bedeutendsten Werke der Literatur überhaupt, denn Form und Inhalt dieses Werkes sind so grundlegend, wie das Leben selbst.

 

Denn darin wird nicht anderes beschrieben als …

Verwandlungen

Und Verwandlungen, bzw. Umgestaltungen und Veränderungen – so die Übersetzungsmöglichkeiten des griechische  Begriffs – gehören mit zu den wichtigsten und grundlegendsten Konstanten in der Physik, Chemie, Geologie, Biologie – und auch im menschlichen Leben, wie viele Menschen aller Zeiten erlebt, erfahren und auch geäußert haben (z.B. der Tennischampion Novak Djokovic, hier ab 1:10 min sein Statement bei einer Pressekonferenz 2020).

Es wäre lohnenswert, sich einmal mit dem Gedanken der „Metamorphose“ auch im eigenen Leben genauer zu beschäftigen … doch das ist ein anderes Kapitel und mag ein andermal gedacht und aufgeschlagen werden.

Verwandlungen bei Ovid

Hier soll es um die „Metamorphosen“ von Ovid gehen, der mit vollem römischen Namen Publius Ovidius Naso hieß.

Dieser berühmte Dichter der augusteischen Zeit beschreibt in seinem um das Jahr 8 n. Chr. veröffentlichten Werk nicht Verwandlungen und Veränderungen allgemein, sondern ganz speziell Verwandlungen aus dem Kreis der griechisch-römischen Mythologie, wobei meistens Menschen oder mythische Wesenheiten (formae) von wirkungsmächtigen Göttern ein neues Aussehen (nova corpora) erhalten: scheltende Bauerntölpel werden zu Fröschen, ein unvorsichtiger Jäger zum Hirschen, ein grausamer König wird zum Wolf, eine schwatzhafte Nymphe zum Echo und vieles, vieles mehr.

Die insgesamt 11.995 Verse des Werkes stehen in 15 Büchern, in den die Ereignisse und Episoden nach Art einer Weltchronik vom Anbeginn der Zeit bis einer Apotheose des Augustus zu einem fortlaufenden Gedicht (carmen perpetuum) anneinandergereiht werden – freilich mit zahlreichen erzählerischen und dramaturgischen Tricks.

Aufgrund der gesuchten Vokabeln und gelehrten Anspielungen nach Art eines poeta doctus, die nicht nur im Spiel mit Namen aufscheinen, sind  die Geschehnisse und das inspirierte Spiel mit gesellschaftlichen Vorstellungen, literarischen Formen und mit allem und jedem Menschlichen und Allzumenschlichen jedoch nur schwer im Original zu lesen, vor allem für den lateinischen Anfänger.

Eine „Andersnennung" aus dem „goldenen Zeitalter“ (Met. I, 106). Welches aber ist der Baum des Jupiter?

Verwandlungen bei "In dubio pro Leone" - Was wird passieren?

Daher sollen hier zwei Dinge verfolgt werden.

1) Zum einen sollen hier für den Leser, der die Metamorphosen kennenlernen möchte, eine Reihe von Episoden vorgestellt und mit vielen Informationen, Erläuterungen, aber auch Rätseln und Fragen Neugierde geweckt und das Einsteigen in die Übersetzung und Interpretation und die Welt von Ovid erleichtert werden. (Wir hoffen, dass die jahrelange Erfahrung, die wir in Seminaren und beim Unterrichten gesammelt haben, diesem Vorhaben zugutekommen wird!)

 

Und da wir von „In dubio pro Leone“ auch regelmäßig Spektakel, wie z.B. auch Lesungen und Konzerte veranstalten…

 

2) Was könnte besser passen, als sich bei der Textauswahl einmal von der Rezeption der Metamorphosen aus musikalischer Perspektive leiten zu lassen? Von einem Komponisten, der sich zum Ziel gesetzt hat, zu jedem der 15 Bücher eine Sinfonie zu schreiben, die die Stimmungen einer ausgewählten Episode in Töne einfängt?

So geschehen durch Carl Ditters von Dittersdorf in den frühen 80er Jahren des 18. Jahrhunderts. Als Zeitgenosse, Kollege und – zumindest im Bereich der Oper – auch als Konkurrent von Mozart dem musikalischen Publikum seiner Zeit ein Begriff, ist er heute jedoch in Vergessenheit geraten, obwohl zum Schaffen des enorm fruchtbaren und vor Leichtigkeit und eingängigen Melodien nur so sprühenden Komponisten durchaus ansprechende Meisterwerk zählen.

Sie können hier verfolgen, welches Vergnügen es ist, die insgesamt 12 Sinfonien kennzulernen (letztlich wurde doch nicht aus jedem Buch eine Geschichte entnommen, die letzten drei Bücher blieben ausgespart), Bezüge zu den Texten zu finden, Melodien und Effekte zu erleben und auch im Ensemble zu spielen – und gemeinsam eine unvergessliche und beseelte Zeit zu verbringen.

Textauswahl und Episoden

Episode                                                        LIBER         Verse

Die vier Weltalter                                              I            89 – 150

Der Sturz des Phaeton                                       I  747 –  III  400

Actaeon                                                          III         138 – 252

Perseus und Andromeda                                   IV         663 – 739

Die Versteinerung des Phineus                           V             1 – 249

Die lykischen Bauern                                        VI         317 – 381

Iason                                                             VII            7 – 424

Die Belagerung von Megara / Alcathoe              VIII           6 – 151

Herkules                                                        VIIII       134 – 272

Orpheus und Eurydice                                       X             8 – 63

Midas als Richter zwischen Pan und Apollo          XI           89 – 145

Streit des Ajax und Ulixes                                XII 620  – XIII 398

Die vier Weltalter
Actaeon

Forschungsergebnisse

Text

Jede der ausgewählten Episoden

 

-> wird in den Gesamtkontext eingeordnet

-> inhaltlich, analytisch und dramaturgisch vorgestellt

-> metrisch bestimmt

 

Offene Fragen, Aufgaben, Vokabelhilfen und Rätsel lenken den Blick in die Tiefe und auf interessante weiterführende Aspekte.

Musik

Sodann wird ein Bogen zu den entsprechenden Sinfonien von Dittersdorf geschlagen.

 

-> jede Sinfonie wird kurz beschrieben und vorgestellt

-> einzelne Sätze werden für unterschiedliche Besetzungen bearbeitet und hörbar gemacht.

 

Weiter gibt es mehrere Artikel, die in entsprechenden Fachmedien veröffentlicht werden, u.a.:

 

-> Einführungsartikel: „Zu den 12 Metarmorphosen-Sinfonien von Dittersdorf“

-> Forschungsfrage: „Zur Frage der „verlorenen“ Sinfonien: Rekonstruktionsversuche der bislang als verloren bezeichneten oder nicht aufführbaren Sinfonien.“

Rezeption: Ovid und Dittersdorf in Wien

Außerdem wird ein Blick auf die vielfältige Rezeption der Verse und der Musik speziell in Wien geworfen, wo die Sinfonien an prominenter Stelle im Jahre 1786 zum ersten Mal in Serie aufgeführt wurden.

 

-> Zu jeder Episode wird es ein Video mit Erläuterung und Rezitation und Beobachtungen vor Ort geben – denn das Erlebnis der Metamorphosen war schließlich nicht nur zu Ovids Zeit nicht eigentlich als Lese- sondern auch als Hörvergnügen gedacht.

-> Veranstaltungen und Publikumsgespräche sowie Reisen an die Orte, an denen die Episoden spielen, werden das Vorhaben abrunden.

In der Hoffnung, bei dem Projekt viele neue Freunde für die Musik und die Metamorphosen zu finden und mit den Ergebnissen vielen Menschen Freude und spannende Anregungen zu bereiten, schlagen wir nun das erste Buch auf und beginnen ganz am Anfang…

Medienübersicht und Downloads

Ovid – Texte und Analysen

Musik

PDF -> Sinfonie I, Satz 1 „Das goldene Zeitalter“ – Fassung für Violine und Klavier

PDF -> Sinfonie I, Satz 3 „Das eherne Zeitalter“- Fassung für Klavier solo

PDF -> Sinfonie III, Satz 2 „Actaeon – Die Grotte der Diana“ – Fassung für Violine/Flöte, Viola ad libitum und Klavier

Aufsätze, Veröffentlichungen, Medien